Glossar A-Z

Ätherische Öle
Ätherische Öle sind hochkonzentrierte und flüchtige Pflanzenessenzen, die vor allem durch Wasserdampfdestillation, Extraktion oder Auspressen der Pflanzen oder der Pflanzenteile aus aromatischen Pflanzen (Kraut, Blüten, Blätter, Zweige, Samen) gewonnen werden.

Allopathische Arzneimittel
Unter allopathischen Arzneimitteln (aus dem Griechischen für anders oder verschieden) versteht man Arzneimittel, die von der Schulmedizin therapeutisch eingesetzt werden. Der Begriff ist als Abgrenzung zur Homöopathie (aus dem Griechischen für gleich) entstanden und wurde von Samuel Hahnemann eingeführt.

Allergene

Als Allergene werden Substanzen bezeichnet, die beim Kontakt mit dem Organismus von dessen Immunsystem als fremd erkannt werden. Üblicherweise wird gegen solche Substanzen eine schnelle Immunreaktion eingeleitet, die das Krankheitsbild einer Allergie hervorrufen können.

Androgene

Androgene sind Sexualhormone, die eine virilisierende (von lateinisch virilis männlich) Wirkung besitzen und somit die Ausbildung sekundärer Geschlechtsmerkmale wie Bartwuchs, Muskelentwicklung und tiefer werdende Stimme bei Jugendlichen bedingen. Androgene werden in Hoden und Nebennieren sowie in kleinerer Menge in Eierstöcken produziert – damit verfügen beide Geschlechter über Androgene.

Antiandrogene

Antiandrogene sind eine Gruppe chemische Wirkstoffe, deren Gemeinsamkeit eine hemmende Wirkung auf männliche Sexualhormone (Androgene) ist.

Arzneibuch
Das Arzneibuch enthält detailliert die gesetzlich festgelegten Richtlinien für den Pharmazeuten hinsichtlich Qualität, Prüfung, Lagerung und Herstellung von Arzneimitteln und deren Grundstoffe.

Aromatherapie
Die Aromatherapie ist ein Teilgebiet der Phytotherapie und setzt sich zum Ziel, mit Hilfe von ätherischen Ölen die physische und psychische Gesundheit zu beeinflussen. Die vielfältigen Anwendungsgebiete finden sich sowohl in der Prävention, der Therapie – sowohl im professionellen Rahmen als auch zur Selbstbehandlung und zunehmend auch in der Krankenpflege (Aromapflege).

Autonomie

Autonomie ist eine Form der Schilddrüsen-Überfunktion, bei der die Schilddrüse sich verselbständigt und nicht mehr auf die im Blut vorhandene Menge an Steuerhormon TSH reagiert.

Bio-identische Hormone

Bioidentische Hormone sind Wirkstoffe, die mit den natürlichen, d.h. vom menschlichen Körper selbst hergestellten Hormonen von ihrem Aufbau her strukturell identisch sind und deshalb auch die gleichen Wirkungen auslösen. Sie werden vom Körper daher als körpereigen erkannt. Bioidentische Hormone werden aus dem Diosgenin von Pflanzen wie der Yamswurzel oder dem gelben Ingwer hergestellt. Wichtig hierbei ist, dass die Betonung der von uns verwendeten Hormone hierbei auf strukturell identisch liegt und nicht auf die pflanzlichen Quellen reduziert wird – denn aus pflanzlich Quellen gewonnen bedeutet nicht automatisch bio-identisch. Zur Verdeutlichung: Auch der Ausgangsstoff vieler nicht-bioidentischer Hormone (z.B. Ethinylestradiol als Östrogenanteil der Anti-Baby-Pille und diverse Gelbkörperhormone in Hormonpräparaten) werden ebenso aus Pflanzen (Yamswurzel, Soja) gewonnen und im Labor dann zu diesen verarbeitet.

Chlormadinon

Der Wirkstoff Chlormadinon ist künstlich hergestelltes Gelbkörperhormon (Gestagen), ein sogenanntes Progestin. Es wird zur hormonellen Empfängnisverhütung (die Pille) sowie zur Hormonersatztherapie bei Frauen (zum Beispiel nach den Wechseljahren) eingesetzt.

Cortisol

Cortisol gehört zur Gruppe der Glucocortikoide und wird sowohl im männlichen als auch im weiblichen Körper hergestellt – vor allem in den Nebennieren, und ist wichtig für das Stressmanagement. Zur konkreten Wirkung von Cortisol dürfen wir hier aus rechtlichen Gründen leider keine Informationen veröffentlichen.
Cyproteronacetat

Cyproteronacetat ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antiandrogene. Chemisch gesehen handelt es sich um ein ProgesteronDerivat.

D4-Potenz

Es handelt sich um eine sog. homöopathische Potenzierung. Bei der Potenz D4 handelt es sich um eine sog Tiefpotenz. Das bedeutet, dass noch chemisch nachweisbare Moleküle der Ausgangssubstanz im Präparat enthalten sind.

Derivat

Als Derivat (von lateinisch derivare ‚ableiten‘) wird in der Chemie ein abgeleiteter Stoff ähnlicher Struktur zu einer entsprechenden Grundsubstanz (Stammverbindung) bezeichnet. So ist z.B. das synthetische Hormon Cyproteronacetat ein sogenanntes Progesteron-Derivat, dessen Stammverbindung zwar bio-identisches Progesteron ist, aber eben nicht mehr körper-ident ist.

Desogestrel

Desogestrel ist ein synthetisches Gestagen der nunmehr 3. Generation, das als hormonelles Kontrazeptivum zur Empfängnisverhütung verwendet wird. Es ist alleiniger Bestandteil reiner Gestagenpillen), sogenannter östrogenfreier Minipillen.

DHEA

DHEA (Dehydroepiandrosteron) gehört zur Gruppe der Sexualhormone und wird sowohl im männlichen als auch im weiblichen Körper hergestellt – vor allem in den Nebennieren, im Fettgewebe, in Hoden und Eierstöcken. Es ist pleiotrop, d.h. es wirkt auf der einen Seite direkt in der Zelle selbst, auf der anderen Seite als Vorläufer anderer Sexualsteroide (Geschlechtshormone) des Menschen. Zur konkreten Wirkung von DHEA dürfen wir hier aus rechtlichen Gründen leider keine Informationen veröffentlichen.

Dienogest

Dienogest ist der Name eines synthetisches Gestagens/Progestins, das in hormonellen Kontrazeptiva zur Empfängnisverhütung sowie zur Behandlung von Regelproblemen, Akne und Endometriose bei Frauen verwendet wird.

Diosgenin

Diosgenin kommt in der Natur vorwiegend in den Wurzelknollen der Yams-Pflanze (Dioscorea) oder des gelben Ingwers (Curcuma longa) vor, die auch als Ausgangsmaterial für die Hormonproduktion genutzt werden. Es kommt allerdings auch in den Samen des Bockshornklees (Trigonella foenum graecum) und weiteren Pflanzen vor. Diosgenin ist ein sogenanntes steroides Sapogenin, welches als rein pflanzliches Basismaterial zur Herstellung von Steroidverbindungen wie eben der Sexualhormone dient. Diosgenin kann nicht- wie oft zu lesen – im Körper z.B. zu Progesteron umgewandelt werden. Diosgenin kann chemisch tatsächlich nur im Labor – wie bei der Herstellung bio-identischer Hormone – durch den Prozess der sogenannten Marker Degradation in Progesteron umgewandelt werden – es wird NICHT im Körper verstoffwechselt. Es ist nicht auszuschließen, dass es trotzdem manchmal progesteron-ähnliche Wirkung zeigt.

Elixier

Alkoholischer, oft bitterer Pflanzenauszug, auch Tinktur oder Ansatz genannt.

Emulgatoren

Emulgatoren sind wichtige Hilfsstoffe, die dazu dienen, zwei nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Öl und Wasser, zu einem fein verteilten Gemisch, der sogenannten Emulsion, zu vermengen und zu stabilisieren. Sie kommen vor allem bei flüssig-cremeartigen Produkten zum Einsatz.

Endokrinologie

Die Endokrinologie, aus dem Griechischen „endon“ (= innen) und „krinein“ (= entscheiden oder abscheiden), ist die Lehre von den Hormonen und ein Fachgebiet innerhalb der Inneren Medizin.

Endometriose

Herdmäßiges Vorkommen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter, was zu starken Schmerzen bei der Regelblutung führen kann.

Estrogene

Estrogene oder Östrogene, auch Follikelhormone genannt, sind die wichtigsten weiblichen Sexualhormone aus der Klasse der Steroidhormone. Sie werden hauptsächlich in den Eierstöcken (Ovarien) in Follikeln und im Gelbkörper, zu einem geringeren Teil auch in der Nebennierenrinde, produziert. Während der Schwangerschaft werden die Estrogene auch in der Plazenta und vom Fetus gebildet. Auch Männer produzieren im Hoden Estrogene, zudem wird ein gewisser Teil des Testosterons im Fettgewebe durch ein Enzym, die sog. Aromatase, in Estrogene umgewandelt.

Estradiol

Estradiol aus der Familie der Estrogene ist ein Sexualhormon (Geschlechtshormon) und wird sowohl im männlichen als auch im weiblichen Körper hergestellt – vor allem in den Eierstöcken und Hoden, als auch in den Nebennieren und ist ein wichtiges Hormon für den weiblichen Zyklus. Ein Synonym ist 17 ß-Estradiol. Zur konkreten Wirkung von Estradiol dürfen wir hier aus rechtlichen Gründen leider keine Informationen veröffentlichen.

Estriol

Estriol ist ein Sexualhormon (Geschlechtshormon) und gehört zur Gruppe der Estrogene, wird sowohl im männlichen als auch im weiblichen Körper hergestellt. Zur Wirkung von Estriol dürfen wir hier aus rechtlichen Gründen leider keine Informationen veröffentlichen.

Ethinylestradiol

Ethinylestradiol ist ein weit verbreiteter synthetischer Arzneistoff aus der Gruppe der Estrogene. Es ist ein Derivat des natürlichen vorkommenden Estradiols mit verstärkter estrogener Wirkung und wird primär zur Empfängnisverhütung eingesetzt. Ethinylestradiol ist somit kein bio-identisches Hormon.

Ethinylestradiol-Dienogest

Die Wirkstoffkombination Ethinylestradiol-Dienogest wird zur hormonalen Schwangerschaftsverhütung („Pille“) eingesetzt.

Ethinylestradiol-Drospirenon

Die Wirkstoffkombination aus Ethinylestradiol und Drospirenon wird zur hormonellen Schwangerschaftsverhütung („Pille“) eingesetzt.

Ethinylestradiol-Etenogestrel

Ethinylestradiol Etonogestrel findet als Wirkstoffkombination in einem empfängnisverhütenden Vaginalring Verwendung, der das Estrogenderiviat Ethinylestradiol und das Gestagen/Progestin Etonogestrel enthält.

Ethinylestradiol-Levonorgestrel

Ethinylestradiol-Levonorgestrel findet als Wirkstoffkombination Verwendung in empfängnisverhütenden Arzneimitteln, die das Estrogenderivat Ethinylestradiol und das Gestagen/Progestin Levonorgestrel enthalten.

Ethinylestradiol-Norgestimat

Ethinylestradiol-Norgestimat findet als Wirkstoffkombination Verwendung in empfängnisverhütenden Arzneimitteln, die das Estrogenderivat Ethinylestradiol und das Gestagen/Progestin Norgestimat enthalten.

FT3

FT3 nennt man freies, nicht an Bluteiweiße (Transporteiweiße) gebundenes Trijodthyronin (T3).

FT4

Nennt man freies, nicht an Bluteiweiße (Transporteiweiße) gebundenes Tetrajodthyronin(Thyroxin, T4).

Gestagene – Progestine – Pro-Gestagene

Im allgemeinen Sprachgebrauch, in der Medizin sowie in Literatur wird der Oberbegriff Gestagene irreführenderweise sowohl für das natürlich vorkommende Progesteron und seine Abkömmlinge als auch die künstlichen Progestine verwendet. Künstliche Gestagene, die man deshalb besser immer eindeutig als Progestine bezeichnen sollte, sind unter ihren in Arzneimitteln verwendeten Namen besser bekannt wie z.B. Desogestrel, Levonorgestrel, Norethisteron, Dienogest und anderen. Diese Progestine, manchmal auch Pro-Gestagene genannt, sind hormonähnliche Wirkstoffe und kein bio-identes oder natürliches Progesteron.

Globuli

Kügelchen aus Milchzucker, die als Trägermedium für potenzierte Heilsubstanzen dienen. Anwendung z.B. in der Homöopathie und bei Schüssler-Salzen.

Glucocortikoide

Glucocorticoide zählen zu den Corticosteroiden, einer Klasse von Steroidhormonen aus der Nebennierenrinde. Der Name bezieht sich auf ihre Funktion im Glucose-Stoffwechsel, wo sie die Umwandlung von Eiweiß (Protein) in Glucose und Glykogen fördern. Die natürlich vorkommenden Glucocorticoide sind Abkömmlinge des Progesterons, auch Gelbkörperhormon genannt. Zu ihnen zählt auch Cortisol.

Hashimoto – Hashimoto-Thyreoditis

Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, auch bekannt als chronisch-lymphozytäre Thyreoiditis.

Heißer Knoten

Bekannt auch als unifokale Autonomie. Zu einem Knoten verbundene Schilddrüsenzellen, die mehr Jod aufnehmen als das übrige Schilddrüsengewebe.

Homöopathische Arzneimittel – Herstellung – Potenzierung – Handpotenzierung

Homöopathisch werden Arzneimittel genannt, die durch ein bestimmtes Herstellungsverfahren, die Potenzierung, aus mineralischen, pflanzlichen, tierischen – oder eben auch hormonellen – Ausgangssubstanzen gewonnen werden. Die Ausgangssubstanzen werden streng nach den Vorschriften des homöopathischen Arzneibuchs (HAB) zu Urtinkturen aufbereitet. Diese Urtinkturen sind Basis für die weiteren Schritte und werden dann ihrerseits in Zehner-, bzw. Hunderter-Verdünnungsschritten zu Dezimal-, sog. D-, bzw. Centesimal-, sog. C-Potenzen weiterverarbeitet. Dabei sind Verarbeitungsverfahren möglich, die sich an der Löslichkeit der Tinktur orientieren: Bei nicht löslichen Stoffen die Verreibung (Trituration) bzw. bei löslichen Stoffen die Verschüttelung. Potenzierung ist immer Verdünnung, gefolgt von der Zuführung mechanischer Energie – manuell ausgeführt Handpotenzierung genannt. Die Verdünnung, die zur gewünschten Zielpotenz führt, erfolgt dann in Verhältnissen 1:10 (Dezimal-Potenzen) oder 1:100 (Centesimal-Potenzen). Beim Verreibungsvorgang nicht löslicher Ausgangssubstanzen werden also pro Stufe 1 Teil Ausgangsstoff mit 9 bzw. 99 Teilen Milchzucker (Lactose) – bei uns durch Hand – oder mit Hilfe einer Verreibungsmaschine einem zeitlich klar umrissenen Zerteilungs- und Mischungsvorgang unterworfen. Sind die Ausgangssubstanzen löslich – wie bei Hormonen – werden sie mit einem Alkohol-Wasser-Gemisch vorgeschriebener Konzentration verdünnt und anschließend verschüttelt (potenziert) bevor sie ins Zielmedium Creme eingerührt oder auf Globuli aufgezogen werden.

Hormone

Hormone sind eine Gruppe von biochemischen Botenstoffen (Moleküle) und damit biologische Wirkstoffe. Sie werden im Körper selbst gebildet und nehmen bereits in ganz geringen Mengen im Zusammenspiel mit dem Nervensystem wichtige Steuerungsfunktionen des Stoffwechsels, des Wachstums, der Entwicklung und des emotionalen Bereichs des Individuums wahr. Das Gehirn steuert die Hormonproduktion über Regelkreisläufe, so dass im optimalen Fall die gerade benötigte Menge jedes einzelnen Hormons bereitgestellt werden kann. Das Endokrinium – das Hormonsystem – ist außerdem unverzichtbar für die Anpassung an unsere Umwelt und die körperlichen und seelischen Reaktionen auf Belastung und Stress.

Hormondilution

Unter einer Hormondilution versteht man die homöopathische Verdünnung eines Hormons in Alkohol gemäß den Vorschriften des homöopathischen Arzneibuchs. Hormondilutionen kommen z.B. bei der Herstellung einer Hormoncreme zum Einsatz.

HT

HT ist die oft verwendete Abkürzung für Hormontherapie.

Hyperthyreose

Schilddrüsenüberfunktion

Hypoallergen

Hypoallergen bedeutet „mit wenig allergenen Stoffen“ oder „kaum allergen“.

INCI

Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe (Abkürzung INCI vom engl. International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) bezeichnet die internationale Richtlinie für die korrekte Angabe der Inhaltsstoffe insbesondere von Kosmetika. Diese Nomenklatur soll Allergikern die Möglichkeit geben, ein Produkt vor dem Kauf auf bedenkliche Inhaltsstoffe zu prüfen.

Wichtige Vorgaben zur Auflistung der kosmetischen Inhaltsstoffe nach INCI sind:

  • Die Inhaltsstoffe werden nach ihrem Gewichtsanteil in abnehmender Reihenfolge aufgelistet. Dies gilt für alle Inhaltsstoffe, die jeweils über 1 % des Gesamtinhalts ausmachen.
  • Inhaltsstoffe, mit weniger als 1 % Volumen am Gesamtinhalt, müssen nicht in der vorgenannten Reihenfolge aufgelistet werden.
  • Enthaltene Farbstoffe werden am Ende der Auflistung mit der jeweiligen CI-Nummern (CI = Colour-Index) aufgeführt. Eine besondere Sortierung oder Reihenfolge ist nicht vorgeschrieben.

Indikation

Als Indikation (von lateinisch indicare anzeigen, synonym auch Heilanzeige) bezeichnet man in der Medizin den Grund für den Einsatz einer konkreten therapeutischen oder diagnostischen Maßnahme bzw. auch welche medizinische Maßnahme bei einem bestimmten Krankheitsbild angebracht ist. Bei Arzneimitteln spricht man in diesem Zusammenhang auch vom Anwendungsgebiet.

Kalter Knoten

Eine knotige Veränderung in der Schilddrüse, in der wenig oder gar kein Schilddrüsenhormon gebildet wird.

Komplexmittel

In der Komplexmittel-Homöopathie kommen im Gegensatz zur Klassischen Homöopathie keine homöopathischen Einzelmittel, sondern Kombinationen aus diversen homöopathischen Einzelmitteln zum Einsatz, die dann oft gemeinsam potenziert und in ihrer Zusammensetzung auf ein Anwendungsgebiet abgestimmt sind.

Levonogestrel

Levonorgestrel ist ein synthetisches Gestagen/Progestin der 2. Generation, das zur hormonellen Empfängnisverhütung (Kontrazeption) eingesetzt wird.

Mehrglasmethode

Samuel Hahnemann, der Erfinder der Homöopathie, legte für die Herstellung der Arzneien fest, dass in jedem Potenzierungsschritt ein neues, sauberes Glas zu verwenden ist. Von der verschüttelten Lösung wird also bei jedem Schritt ein Teil abgenommen und in ein neues, sauberes Glas gefüllt, mit 99 Teilen Wasser-/Ethanolgemisch aufgegossen und erneut per Hand verschüttelt. Das Herstellungsverfahren wird deshalb auch als Mehrglasmethode bezeichnet.

Medroxyprogesteron

Medroxyprogesteron bzw. Medroxyprogesteronacetat ist ein synthetisches Gestagen/Progestin, das als Ovulationshemmer zur Empfängnisverhütung in der Dreimonatsspritze verwendet wird.

Melatonin

Melatonin ist ein Hormon, das von der Zirbeldrüse (im Gehirn) aus Serotonin hergestellt wird und den Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen beeinflusst. Zur konkreten Wirkung von Melatonin dürfen wir hier aus rechtlichen Gründen leider keine Informationen veröffentlichen.

Mikronisierte Stoffe

Zerkleinern von Arzneistoffen, damit sie z.B. so klein sind, um über die Haut aufgenommen werden zu können wie z.B. Hormone.

Morbus Basedow

Autoimmunkrankheit der Schilddrüse, bei der TSH-Rezeptor-Antikörper eine Überfunktion bedingen.

Nebennieren

Die Nebennieren sitzen wie eine leicht dreieckig geformte Kappe jeweils auf den Nieren und bilden lebenswichtige Hormone und Neurotransmitter. In der äußeren Schicht, die auch als Nebennierenrinde bezeichnet wird, werden Cortisol, Aldosteron, und DHEA hergestellt, während im Nebennierenmark Adrenalin und Noradrenalin produziert werden. Als Hauptproduzent der Stresshormone und Neurotransmitter ist die Nebenniere Dreh- und Angelpunkt bei der Behandlung von Erschöpfungs- und Burn Out – Erkrankungen (adrenal fatigue).

Norethisteron

Norethisteron bzw. Norethindron ist ein synthetisches Gestagen/Progestin der 1. Generation und findet Anwendung in Arzneimitteln zur Empfängnisverhütung – meistens in Kombination mit einem Östrogen (Antibabypille), aber auch allein (Minipille, Dreimonatsspritze).

Nosoden

Ausgangsstoffe für homöopathische Arzneimittel können pflanzlichen, anorganischen/mineralischen, organischen oder tierischen Ursprungs sein. Zu hahnemannschen Zeiten war der Begriff Nosoden darauf beschränkt, dass aus damals sogenanntem krankhaftem Material potenzierte homöopathische Stoffe gewonnen wurden – im klassischen Sinne aus den Erregern oder Ausscheidungen infektiöser Krankheiten, die durch die starke Verdünnung beim Potenzieren ihre Ansteckungsgefahr verlieren. Viele akute und chronische Erkrankungen können nach hahnemannscher Denkweise durch sogenannte Schlüsseltoxine (= Giftstoffe) regulatorisch blockiert sein und Therapieversuche wirkungslos bleiben. In diesen Fällen stellen Nosoden nach homöopathischem Verständnis häufig das entscheidende Durchbruchstherapeutikum dar. Die Nosodentherapie ist deswegen eine gezielte Reiztherapie mit sogenanntem Ausleitungscharakter und bezieht heute auch körperfremde Stoffe wie synthetische Hormone mit ein.

Östradiol, Östriol, Östrogene

Siehe Estradiol, Estriol und Estrogene

Prämenstruelles Syndrom

Beschwerdebild an den Tagen vor Eintreten der Monatsblutung der Frau, z.B. Bauchschmerzen, Stimmungsschwankungen, Wasseransammlungen.

Präzisionsspender

Ein Präzisionsspender erlaubt Milligramm-genaue Portionierung von Hormon-Cremegaben und gewährleistet damit dem Patienten die therapeutischen Vorgaben präzise umsetzen zu können. Für verschreibungspflichtige Hormoncremes ist ein solcher Spender auch in verschiedene Portionsgrößen justierbar und damit der individuellen Situation anpassbar.

Pregnenolon

Pregnenolon ist eine Vorstufe aller Steroidhormone (Hormone, die im menschlichen Körper aus Cholesterin hergestellt werden). Zur Wirkung von Pregnenolon dürfen wir hier aus rechtlichen Gründen leider keine Informationen veröffentlichen.

Progesteron

Progesteron oder auch Gelbkörperhormon genannt, ist ein Sexualhormon (Geschlechtshormon) und wird sowohl im männlichen als auch im weiblichen Körper hergestellt – vor allem in den Eierstöcken und Hoden, als auch in den Nebennieren und ist ein wichtiges Hormon für den weiblichen Zyklus. Zur konkreten Wirkung von Progesteron dürfen wir hier aus rechtlichen Gründen leider keine Informationen veröffentlichen.

Resorption

Aufnahme von Substanzen durch Organe des Körpers, z.B. die Aufnahme von Nährstoffen durch den Darm oder Aufnahme von Stoffen wie Hormonen über die Haut.

Spagyrik

Spagyrik ist ein uraltes, ganzheitliches Naturheilverfahren, welches bereits von Paracelsus (1493-1541) als umfassende ärztliche Disziplin proklamiert wurde. Die Basis dieser Therapieform ist die Aufbereitung von Pflanzen und die Gewinnung von „spagyrischen“ Tinkturen, die das Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele positiv beeinflussen sollen. Das Verfahren zur Gewinnung der spagyrischen Essenz erfolgt in den drei Stufen: 1. Gärung 2. Destillation (=Geist) 3. Veraschung des Pflanzensaftes (=Seele) und der Pflanzenbestandteile (=Körper). Die zugrundeliegende Idee der Spagyrik ist es, dass man die Kraft der gesamten Pflanze gewinnt und nutzt – sowohl ätherische Öle (Aromastoffe) als auch pflanzeneigene Mineralstoffe und Spurenelemente. Am Ende der Herstellungsprozedur werden die drei Bestandteile Geist, Seele und Körper in einer Essenz vereinigt, die sowohl organische als auch anorganische Stoffe enthält.

Steroid-Hormone

Steroidhormone sind Steroide, die als Hormone wirken. Zu ihnen gehören die Sexualhormone der Keimdrüsen und die Corticosteroide der Nebennierenrinde. Steroide wiederum sind eine Stoffklasse der Lipide (Moleküle mit lipophilen Gruppen d.h. in der Regel wasserunlöslich) Unter die Steroid-Hormonen fallen u.a. : Cortisol, DHEA, Estradiol, Estriol Progesteron und Testosteron. Als Ausgangsstoff aller unserer Steroidhormone dient dem Organismus das körpereigene Cholesterin.

Substitution – Substitutionstherapie

Eine Substitutionstherapie ersetzt durch äußere Zufuhr Substanzen, die dem Körper normalerweise durch eigene Organleistung zur Verfügung stehen sollten, aber aufgrund von Funktionsschwäche oder -versagen des entsprechenden Organs nicht oder nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Systemisch

Den Körper als Ganzes betreffend und nicht nur lokal wie z.B. bei einer Schmerzsalbe an einer bestimmten Stelle. Die Anwendung bioidentisch oder körpereigen genannte Hormone ist nie auf eine Körperregion beschränkt, sondern sie wirken egal in welcher Form gegeben immer systemisch.

Systemische Hormontherapie – ganzheitlich-systemische Hormontherapie

Die systemische oder auch ganzheitlich-systemische Hormontherapie verfolgt den Ansatz, hormonelle Dysblancen nicht nur durch Hormongaben auszugleichen zu wollen, sondern durch Miteinbeziehung der Organsysteme etc. die Eigenregulation des Körpers wieder zu stimulieren.

Testosteron

Testosteron ist ein Sexualhormon (Geschlechtshormon) und wird sowohl im männlichen als auch im weiblichen Körper hergestellt – vor allem in Hoden und Eierstöcken, es ist männlich prägend. Zur Wirkung von Testosteron dürfen wir hier aus rechtlichen Gründen leider keine Informationen veröffentlichen

Transdermal

Aufnahme von Wirkstoffen über die Haut. Substanzen werden über die Haut ins Blut abgegeben, ohne den Verdauungsapparat und die Leber passieren zu müssen. Leber und Darm werden so nicht belastet.

Transdermale Hormontherapie

Bei der transdermalen Hormontherapie wird das in eine spezielle Creme eingerührte mikronisierte Hormon direkt auf die Haut aufgetragen. Die Hormongabe zieht in die tieferen Hautschichten ein und gelangt dann in den Blutkreislauf und in das Gewebe. Von dort kann sich das Hormon – direkt und ohne Umweg über das Verdauungssystem – in die hormonellen Regelkreisläufe einfügen. Der direkte Weg über die Haut umgeht damit die Leber, die – wie bei oralen Gaben – ihrer Funktion folgend, bereits einen großen Teil der Hormongabe aussortiert, bevor dieser seinen Rezeptor-Wirkort erreicht.

Ausnahme: die Anwendung von homöopathischen Globuli bildet hierbei eine Ausnahme. Das langsame Zergehen lassen unter der Zunge fällt zwar ebenfalls unter orale Anwendung, aber dabei werden die Globuli über eine besondere Form der Haut, der Mundschleimhaut resorbiert, was physikalisch einer „transdermalen“ Anwendung gleicht.

T3

T3 nennt man das Schilddrüsenhormon Trijodthyronin. Die Schilddrüse bildet etwa 100-mal mehr T4 als T3, dafür ist T3 etwa 3-8-mal wirksamer als T4.

T4

Tetrajodthyronin, auch Thyroxin genannt ist das hauptsächlich gebildete Schilddrüsenhormon.

Thyreoiditis

Schilddrüsenentzündung

Ulipristal

Ulipristal bzw. Ulipristalacetat wird in der Gynäkologie als Pille danach zur Notfallkontrazeption eingesetzt. In geringerer Dosis wird es unter dem Handelsnamen zur Behandlung von gutartigen Tumoren der Gebärmutter verwendet. Die Wirkung von Ulipristalacetat beruht auf der Hemmung der Bindung des körpereigenen Progesterons an den zugehörigen Rezeptoren.

Wechselwirkung

Arzneimittelwechselwirkungen (auch Arzneimittelinteraktionen genannt) können bei gleichzeitiger Einnahme verschiedener Arzneimittel auftreten (Polymedikation). Die ursprünglich erwünschte pharmakologische Wirkung kann dadurch verstärkt, abgeschwächt oder aufgehoben werden. Zusätzlich können unerwünschte Arzneimittelwirkungen (Nebenwirkungen) auftreten.

Xenohormone – endokrine Disruptoren

Als endokrine Disruptoren (vom griech. endo: innen, krinein: ausscheiden, und lat. dis-rumpere: zum Erliegen bringen, stören) – auch Xenohormone, Umwelthormone oder hormonaktive Substanzen genannt – werden Chemikalien bezeichnet, die aufgrund einer zufälligen strukturellen Ähnlichkeit mit körpereigenen Hormonen die Wirkung dieser Hormone imitieren oder auch blockieren. Sie sind meist nicht akut giftig, können aber das Hormonsystem generell, sowie wichtige Entwicklungsprozesse stören, die in ganz bestimmten Zeitfenstern des Wachstums ablaufen. Viele Substanzen wirken dabei auf die gleichen Hormonrezeptoren wie die natürlichen weiblichen und männlichen Sexualhormone.