SELBST:MEDIKATION – WIR VERTRETEN DAZU EINE KLARE POSITION

DIE THERAPIE HORMONELLER DYSBALANCEN GEHÖRT AUSSCHLIESSLICH IN DIE HÄNDE VON FACHLEUTEN

Dieser KLAR:TEXT birgt das wirtschaftliche Risiko, potenzielle Kunden und Umsatz zu verlieren – das ist uns bewusst. Aber wenn unsere Integrität und Glaubwürdigkeit als Apotheke die Währung ist, mit der man für Umsatz aus Selbstmedikation bezahlen müsste, dann sind wir bereit dieses Risiko zu tragen – so bitter das auch ist.
Denn wozu wir nicht bereit sind ist es, wegen monetären Aspekten unsere tiefsten Überzeugungen zu opfern – darum sehen wir es als unsere Pflicht an, hier und jetzt direkt bei unserem Online-Angebot Stellung zu beziehen. Beim sensiblen und komplexen Thema Hormone kann es ausschließlich um Wohlbefinden und Gesundheit von Betroffenen gehen – das ist es, wofür wir als Team und Apotheke stehen. Dafür ist aber eben nicht nur die Qualität des Arzneimittels entscheidend, sondern in gleichem Maße deren fachlich richtige Anwendung.
Unser Shop ist auch kein Vertriebskanal, der mit bezahlter Online-Werbung versucht, Kunden zu gewinnen. Unsere Homepage/Shop ist primär ein Online-Service und Logistiktool, um verschriebene oder therapeutisch empfohlene Arzneimittel einfach und schnell ordern zu können. Wir zielen hier nicht ab auf Mitnahmeeffekte durch Selbstmedikation. Unser Qualitäts-Sortiment hat einen sehr konkreten Auftrag: unter therapeutischer Anleitung sein volles Potenzial zu entfalten – das wird es bei Selbstmedikation nie erreichen können.

STAND:PUNKT

Darum empfehlen wir ganz klar, trotz der verschreibungsfreien Erhältlichkeit vieler unserer – oft auch homöopathischer und phytotherapeutischer Arzneimittel – bei hormonellen Problemen generell keine Selbstmedikation vorzunehmen. Bitte wenden Sie sich an eine/n Arzt/in oder Heilpraktiker/in für natürliche Hormontherapie – die Fortbildungs-Situation hat sich die letzten 5 Jahre diesbezüglich erheblich verbessert und wir sind sicher, Sie finden auch in Ihrer Nähe inzwischen kompetente Ansprechpartner.

Warum weisen wir so ausdrücklich darauf hin?

Weil die Selbstmedikation unglücklicherweise spürbar stark zunimmt. Wir bekommen täglich Anrufe von Betroffenen, die bei sich aufgrund der Symptomatik ein hormonelles Problem vermuten – oftmals durchaus zurecht, manchmal auch durch Laborergebnisse untermauert. Meist wurden vorher aber nur qualitativ vollkommen unterschiedliche Informationen aus Internetforen oder speziellen Homepages eingeholt. Im besten Fall aus gut verständlichen und fundierten Büchern von erfahrenen Therapeuten – im schlechtesten Falle werden oberflächlichen Ferndiagnosen von selbst ernannten „Experten“ in diversen Chats und Blogs leichtfertig Glauben geschenkt.

Vieles klingt da verblüffend einfach, sogar logisch – aber vor allem für verunsicherte Laien vor allem äußerst überzeugend. Passende Symptomraster sind schnell gefunden, Hitzewallungen werden eindeutig als Östradiolmangel identifiziert und Müdigkeit als klare Nebennierenschwäche eingestuft. Und dann noch die Empfehlung, dass nur kurz die passenden Globuli oder Cremes zu bestellen sind und sofort kann die selbst verordnete Therapie starten. So einfach? Es wäre herrlich – aber NEIN, so einfach ist es absolut nicht. Vielleicht resultieren die Hitzewallungen vielmehr aus einem Progesteronmangel und die Müdigkeit basiert auf einem Eisenmangel, es könnte aber auch an den Neurotransmittern liegen oder ist es gar die Schilddrüse im komplexen Wechselspiel mit der Nebenniere? Es gäbe noch ein Dutzend weiterer, plausibler Erklärungen.

Dies zu erkennen und zu diagnostizieren vermag nur ein gut ausgebildeter Therapeut. Selbst wir als dem Thema sehr verbundene Apotheker sind da eindeutig nicht in der Lage, dies in der angemessenen diagnostischen Tiefe zu ergründen oder gar therapeutische Maßnahmen vorzuschlagen – und für uns ist es zudem weder zulässig, noch ist es unsere ureigenste Aufgabe.

Das Hormonsystem – in seiner Komplexität kaum zu überschätzen

Hormone sind echte „Regisseure des Lebens“ – sie erfüllen aufgrund ihres komplexen Zusammenspiels untereinander eine Vielzahl lebenswichtiger Aufgaben in unserem Körper. Aus diesem Grund ist ein „Reglersystem“ für die Stimulation der Hormonausschüttung ins Blut und die Hemmung dieser Ausschüttung für jedes Hormon vorhanden. Wichtige Bestandteile dieses Rückkoppelungssystems sind der sog. Hypothalamus, oberster Regler für das vegetative Nervensystem sowie die Hypophyse, d.h. die Hirnanhangdrüse. Die einzelnen Hormondrüsen wie Schilddrüse, Nebenniere, Eierstöcke, Hoden befinden sich in ständiger Rückkoppelung zu diesen Zentralen. Falsch angelegte Selbstmedikation hat eindeutig das Potenzial, dieses komplexe System negativ zu beeinflussen.

Hormone – hochspezialisierte Einzelgänger und dennoch systemisch eingebunden

Jedes einzelne Hormon ist ein höchst wirksamer Botenstoff mit einzigartigen Fähigkeiten. Die Effektivität der Hormone ist so gigantisch groß wie die Botenstoffe mikroskopisch klein sind: Billionstel Teile eines Gramms (Pikogramm) sind in der Lage über Krankheit oder Gesundheit, unerwünschte Symptomatik oder Wohlbefinden zu entscheiden. Was die Auswahl eines Hormons zu therapeutischen Zwecken noch erschwert, ist die Tatsache, dass Hormone keineswegs stabile biochemische Moleküle sind. Hormone sind der sogenannten Hormon-Synthese unterworfen, die es ermöglicht, dass im Organismus aus einem Hormon ein anderes wird – Testosteron kann z.B. zu Estradiol weiter verstoffwechselt werden, Progesteron zu Cortisol. Es können also besonders auf lange Sicht genau gegenteilige Reaktionen ausgelöst werden, als jene, die beabsichtigt waren. Das alles abzuwägen und zu beurteilen obliegt Fachleuten – und nur Fachleuten.

Welches sind konkret die häufigsten Fehler bei der Selbstmedikation?

  • Sie kennen die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten nicht (!)
  • Sie dosieren falsch, im schlimmsten Fall viel zu hoch
  • Sie wenden Hormone zum falschen Zeitpunkt an, vor allem innerhalb eines weiblichen Zyklus gibt es viel zu beachten
  • Sie wenden Hormone zum falschen Tageszeitpunkt an
  • Sie wenden generell eines oder gar mehrere nicht zu IHRER Situation passenden Hormone an
  • Sie wenden Hormone an, obwohl dies bei Ihnen kontraindiziert ist (d.h. Sie dürften sie aufgrund einer anderen Thematik oder Vorerkrankung gar nicht nehmen)
  • Sie verwenden Therapeutika einfach deshalb, weil das schon jemandem anderen geholfen hat und deshalb 1:1 übernommen wird
Labortest? Immens wertvoll – vor allem in therapeutischen Händen!

Hormon-Speicheltests sind ein mittlerweile bewährtes Instrument zur Feststellung hormoneller Dysbalancen und viele Labore liefern auch mit dem schriftlichen Beiwerk ausgezeichnete Arbeit. Aber das Laborergebnis ist und kann kein konkreter Leitfaden für eine Selbstmedikation sein.

Die Durchführung von Speicheltests ist zudem durchaus komplex. Selbst für den Fall, dass Sie ein selbst veranlasstes Laborergebnis in Händen halten, heißt das keineswegs, dass dieser Test richtig gemacht wurde oder falls technisch richtig, schließt dies nicht aus, dass er für Ihre Indikation zum falschen Zeitpunkt gemacht wurde – was das Ergebnis oft unbrauchbar macht und leicht zu verkehrten Schlussfolgerungen kommen lässt. Selbst wenn alles optimal gelaufen ist, kann nur ein Therapeut die o.g. Punkte richtig einschätzen und die therapeutischen Konsequenzen ziehen. Ein Labortest unter fachmännischer Anleitung gewährleistet, dass er wirklich verwertbar ist – was auch im Sinne aller seriöser Anbieter von Hormon-Speicheltests ist.

Fazit – ein respektvoller Umgang mit dem Thema Hormone unter therapeutischer Anleitung ist die beste Voraussetzung für eine Behandlung

Selbst mit niedrig dosierten transdermalen Hormondosen oder den diversen Phytotherapeutika greift man in ein komplexes Regelkreissystem im Körper ein, das auch ein gut informierter Laie nicht ansatzweise überblicken kann. Ein Einwirken an der falschen Stelle, zum falschen Einnahmezeitpunkt oder in einer individuell nicht passenden Dosierung kann hormonelle Dysbalancen nach sich ziehen, die die Symptomatik sogar verschlechtern, unerwünschte Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auslösen können.

Ein gut ausgebildeter Therapeut kann eine passende Diagnostik veranlassen, eine fein eingestellte und individuell richtige Therapie einleiten, bei auftretenden Fragestellungen beraten und ggfs. auch von einer Hormontherapie abraten, sofern dies geboten ist. Dies kann und darf auch rechtlich nicht im Rahmen einer Apothekenberatung übernommen werden.

Darum nochmal unser ernsthafter Rat und dringende Bitte – so einfach Ihnen Ihr persönlicher Fall auch erscheinen mag – nehmen Sie Abstand von einer Selbstmedikation im hormonellen Bereich!

Es gibt inzwischen wirklich ausreichend viele Therapeuten – Ärzte wie Heilpraktiker – die auf diesem sensiblen Gebiet überaus wertvolle und hervorragende Arbeit leisten.

Ihr

Dr. Franz Willer & sein Hormon-Team

St. Gallus Apotheke
feedback welcome: info@sanktgallus-shop.de